

Die ambulante Hospizgruppe Freiburg e.V. befasst sich mit der Begleitung und dem Beistand schwererkrankter Menschen in der Endphase ihres Lebens.
© Hospizgruppe Freiburg e.V.
Was versteht man unter „Hospizarbeit“
Die Hospizbewegung hat das Ziel, den natürlichen Vorgang des Sterbens in das Leben zu integrieren. Als wichtigste Aufgabe steht dabei die Lebenshilfe in der letzten Zeit des Daseins im Vordergrund. Dabei soll der Tod weder aktiv herbeigeführt noch hinausgezögert werden.
Voraussetzung für ein menschenwürdiges Sterben ist die bestmögliche Behandlung belastender Krankheitssymptome. Dazu gehören in erster Linie perfekte Pflege, schmerztherapeutische Betreuung und die palliativ-medizinische Versorgung. Erst wenn diese Vorbedingungen erfüllt sind, entsteht Raum für einen gelingenden Abschluss der letzten Lebensphase, die in Bezug zum gesamten vorangegangenen Leben der betroffenen Person steht und somit über die bloße Bewältigung des Krankheitsleids hinausgeht.
Oft sind die Tage und Wochen vor dem Tod eines Menschen für alle Beteiligten mit großen Belastungen verbunden. Die Hospizarbeit bietet in dieser schwierigen Zeit Begleitung und Beistand an.
In der ambulanten Hospizarbeit der Freiburger Hospizgruppe setzen sich freiwillige, ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter für die Ziele der Hospizidee ein. Sie besuchen Sterbende und ihre Angehörigen zu Hause, in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen. Dabei kommt der Ermöglichung des Sterbens in der vertrauten häuslichen Umgebung im Kreis der Familie große Bedeutung zu.Wenn es irgenwie möglich ist, versuchen wir sterbenden Menschen in ihrem Wunsch, in den vertrauten „vier Wänden“ zu sterben, zu erfüllen. Dafür bedarf es einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Brückenpflege, ambulanten Pflegediensten und den Hausärzten. Außerdem steht die Entlastung und Unterstützung der Angehörigen im Vordergrund, denn nur, wenn auch sie wahrgenommen werden, ist eine optimale Versorgung im Zuhause gewährleistet.
Die Hospizarbeit der Freiburger Hospizgruppe sieht sich als dem Menschen verpflichtet an und baut auf den Grundwerten des Christentums auf.
Dabei steht allerdings die weltanschauliche Überzeugung der Sterbenden im Vordergrund. Die eigene Religiosität wird gegenüber den Sterbenden auf keinen Fall aufgedrängt.
Um eine verständnisvolle Begleitung zu gewährleisten, werden unsere Ehrenamtlichen in Seminaren auf ihre Aufgabe vorbereitet und durch regelmäßige Supervision unterstützt. Sie ergänzen die Aufgaben der Behandelnden und stehen den Angehörigen der Sterbenden zur Seite, übernehmen jedoch keine hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Verrichtungen.
Die Begleitung schließt die Zeit nach dem Tod eines Familienmitglieds mit ein. Angehörige werden, wenn sie das möchten, von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in ihrer Trauer begleitet, und können im Büro kostenlose Trauergespräche in Anspruch nehmen. Ab 2008 planen wir außerdem einen „Offenen Treff für Trauernde ab 30“ und eine geleitete Wandergruppe für Trauernde aller Altersgruppen.
Für trauernde Kinder und Jugendliche haben wir mit unserem Projekt „Alles ist anders“ ein spezielles Angebot geschaffen. www.allesistanders.de
Wörterliste
Hospizbewegung: Die Hospizbewegung will dem Sterben ein Zuhause geben. In ihr finden sich alle in der ambulanten und stationären Hospizarbeit Tätigen und alle am Hospizgedanken interessierten Personen.
Palliativmedizin: „Pallium“ ist der lateinische Ausdruck für „Mantel“. Die danach benannte medizinische Unterdisziplin richtet sich an Erkrankte, deren Leiden nicht oder nicht mehr kurativ behandelt werden können (die Aussicht auf Heilung also nicht besteht) und die häufig von starken Schmerzen und massiven Einschränkungen in ihren täglichen Verrichtungen geplagt sind. Ziel der Palliativmedizin ist die bestmögliche Lebensqualität der Erkrankten.
Ambulante Hospizarbeit: Sterbebegleitung kann entweder durch eine Aufnahme in einem stationären Hospiz (mit pflegerischer und hauswirtschaftlicher Vollversorgung) oder durch Besuche in der häuslichen Umgebung, in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen zustande kommen. Das Angebot der ambulanten Hospizgruppe richtet sich an diesen überwiegenden, nicht in einem stationären Hospiz untergebrachten Personenkreis. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freiburger Hospizgruppe können in Haushalte, Kliniken, Alten- und Pflegeheime im ganzen Stadtgebiet gerufen werden.